Tierische und milchbasierte Leime verbinden zuverlässig, lassen sich mit Wärme und Feuchte lösen und respektieren die Beweglichkeit von Massivholz. Wir bewerten Scherfestigkeit, offene Zeit und Feuchteempfindlichkeit, stimmen Klebefugen auf Spannungsverläufe ab und vermeiden übermäßige Flächenverklebungen. So bleiben Zapfen, Gratleisten und Schwalbenschwänze funktionsfähig, reparierbar und klanglich ruhig, selbst bei saisonalen Klimaschwankungen.
Für Oberflächen bevorzugen wir niedrig emissionsarme Systeme mit vertrautem Glanzbild: handpolierter Schellack, Öl-Wachs-Kombinationen, Seifenlauge auf Weichholz, traditionelle Polituren mit Farbpigmenten. Zwischenschliffe sind schonend, Polierballen sparsam. Licht- und Abriebbeständigkeit werden praxisnah geprüft. Wo möglich, erhalten wir originale Schichten und retuschieren nur selektiv, damit Geschichte lesbar bleibt und Materialkreisläufe geschont werden.
Statt Austausch setzen wir auf Reparatur mit passenden Althölzern, Holzprothesen und passgenauen Einsatzstücken. Fehlstellen füllen wir holzfarben, Maserung wird dezent geführt, Schraublöcher werden ausgedübelt. Gelenke stabilisieren wir mechanisch, bevor Klebstoffe ins Spiel kommen. So reduzieren wir Neumaterial, bewahren Maßhaltigkeit und stärken Tragfähigkeit, ohne die Charakterspuren jahrzehntelanger Nutzung zu verwischen.
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